Orientierung finden als neurodivergente Mama
- heidedudda
- 13. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Warum Klarheit nicht durch Fokus entsteht
Orientierung ist nicht das gleiche wie Fokus
Viele neurodivergente Mütter kommen mit dem Gefühl ins Coaching, sie müssten sich „endlich entscheiden“.
Für eine Sache. Einen Weg. Ein Businessmodell.
Sie erleben sich als sprunghaft, inkonsequent oder innerlich widersprüchlich – besonders dann, wenn sie gleichzeitig Mutter sind, Verantwortung tragen und eigentlich „funktionieren“ müssten.
Was dabei oft übersehen wird:
Nicht mangelnder Fokus ist das Problem, sondern fehlende Orientierung.
Fokus wird in unserer Kultur häufig wie eine moralische Tugend behandelt. Wer ihn nicht aufbringt, gilt schnell als unreif oder unklar. Für neurodivergente Systeme ist Fokus jedoch selten der Startpunkt. Er ist ein Ergebnis – und zwar von innerer Ordnung, nicht von Disziplin.
Orientierung bedeutet etwas anderes.
Sie fragt nicht: Wofür soll ich mich entscheiden?
Sondern: Wo stehe ich gerade wirklich – und wo nicht?
Wenn viele Ideen nichts mit Unklarheit zu tun haben
Neurodivergente Mütter haben häufig viele Ideen. Nicht, weil sie flatterhaft sind, sondern weil ihr System:
schnell vernetzt denkt
Möglichkeiten früh erkennt
Potenziale erspürt, bevor sie logisch greifbar sind
Das Problem entsteht, wenn diese Ideen gleichzeitig umgesetzt werden sollen – während innerlich etwas ganz anderes aktiv ist.
In der ersten Session meines Programms Grounded Me geht es deshalb nicht um Zieldefinition oder Vision Boards.
Es geht um ehrliche Standortbestimmung.
Was zieht mich wirklich an?
Und was versuche ich vielleicht zu überdecken?
Eine typische Fallgeschichte aus dem Coaching
Ich möchte hier von einer neurodivergenten Mutter erzählen (Details verändert), die mit gleich zwei Businessideen ins Coaching kam:
Sie wollte Wohnmobile für logistische Zwecke nutzbar machen.
Gleichzeitig träumte sie davon, ein Hausboot-Business aufzubauen.
Beides klang schlüssig. Beides hatte Marktpotenzial. Beides passte zu ihrem Lebensstil.
Und trotzdem:
Sie kam erschöpft, gereizt und innerlich unter Druck.
Ihr Satz war:
„Ich weiß einfach nicht, welche Idee die richtige ist. Ich komme nicht ins Tun.“
Auf den ersten Blick schien es um Entscheidungsfindung zu gehen.
Auf den zweiten Blick wurde klar: Ihr System war nicht blockiert – es war schützend.
Orientierung heißt auch: hinzuschauen, wo Widerstand sitzt
In der gemeinsamen Arbeit zeigte sich etwas anderes als erwartet.
Kein Mangel an Motivation.
Keine fehlende Kompetenz.
Stattdessen kam ein tief sitzender, alter Männerhass zum Vorschein.
Nicht als bewusste Haltung.
Sondern als Schutzreaktion.
Erfahrungen von Übergehen, Nicht-Gesehen-Werden, emotionaler Vereinnahmung. Alte Würdeverletzungen, die nie integriert worden waren.
Unbewusst war jedes Businessprojekt auch eine Bühne für dieses Thema.
Solange es ungelöst blieb, war keine der Ideen wirklich „bereit“.
Nicht, weil sie schlecht waren.
Sondern weil ihr Nervensystem wusste: Hier geht es gerade um etwas anderes.
Warum dein Nervensystem oft früher weiß, was noch nicht dran ist
Neurodivergente Systeme reagieren fein. Sehr fein.
Sie registrieren Inkongruenzen, lange bevor der Verstand sie erklären kann.
Das äußert sich oft als:
innere Unruhe
diffuse Erschöpfung
Entscheidungsunfähigkeit
das Gefühl, sich selbst zu sabotieren
Was dann gerne als Prokrastination oder Selbstzweifel bezeichnet wird, ist häufig etwas anderes:
Ein intelligentes Stoppsignal.
Orientierung beginnt deshalb nicht im Kopf, sondern im Körper.
Nicht mit der Frage „Was will ich erreichen?“, sondern mit:
„Was ist in mir gerade aktiv – und was braucht zuerst Raum?“
Orientierung ist ein Würde-Akt
Für viele Mütter ist es ungewohnt, sich diese Ehrlichkeit zu erlauben.
Sie sind es gewohnt, zu tragen, zu organisieren, weiterzumachen.
Doch Orientierung bedeutet manchmal auch anzuerkennen:
Ich bin fachlich bereit, aber emotional nicht frei.
Ich habe Ideen, aber mein System ist noch im Schutzmodus.
Ich will etwas Neues, aber ein altes Thema ruft zuerst nach Integration.
Das ist kein Rückschritt.
Das ist Reife.
In Grounded Me nennen wir das: geerdete Klarheit.
Drei Orientierungsfragen für deinen jetzigen Punkt
Vielleicht spürst du beim Lesen Resonanz. Dann lade ich dich ein, diese Fragen ehrlich – nicht strategisch – zu betrachten:
Wo bin ich innerlich wirklich bereit, Verantwortung zu übernehmen – und wo spiele ich Bereitschaft?
Welche meiner Ideen fühlen sich lebendig an – und welche eher wie ein Beweis, dass ich „es kann“?
Wo wäre Pause, Klärung oder Begleitung gerade intelligenter als weiterer Druck?
Orientierung ist kein einmaliger Akt.
Sie ist ein Prozess, der dich vor unnötigem Kampf schützt.
Warum Orientierung die erste Session von Rebalanced Me ist
Ich beginne mein 6-wöchiges 1:1 Coachingprogramm bewusst nicht mit Zielen, Strategien oder Umsetzung.
Sondern mit Orientierung.
Weil jede noch so gute Idee scheitert, wenn sie aus innerer Spannung heraus entsteht.
Und weil neurodivergente Mütter nicht mehr Druck brauchen – sondern Kontakt mit sich selbst.
Grounded Me ist kein Motivationsprogramm.
Es ist ein Raum, in dem du aufhörst, dich zu übergehen, um irgendwo anzukommen.
Deine Einladung
Wenn du merkst, dass du viel kannst, viel denkst, viel willst –
aber innerlich nicht klar bist, wo du wirklich stehst,
dann ist Orientierung kein Luxus, sondern notwendig.
Buche dir ein klärendes Gespräch über meinen Calendly-Link hier.
Wir schauen gemeinsam, wo es bei dir hakt – und wo ganz ausdrücklich nicht.
Ohne Bewertung. Ohne Druck. In Ruhe.
Du musst nicht weiter funktionieren, um dir Klarheit zu verdienen.
Du darfst zuerst ankommen.



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