Was es wirklich bedeutet, eine gute Mutter zu sein
- heidedudda
- 18. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Warum Herzensgüte wichtiger ist als Leistung
Viele Mütter glauben, sie müssten sich anstrengen, leisten und beweisen, um gute Mütter zu sein. Doch gute Mutterschaft entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Beziehung, innere Sicherheit und Vertrauen in die eigene Herzensgüte. Dieser Artikel zeigt, warum „gut genug“ reicht – und wie Vertrauen in die eigene Güte das Nervensystem entlastet und Kindern echte Sicherheit gibt.
Eine gute Mutter zu sein ist kein Beweisprojekt
„Bin ich eine gute Mutter?“
Diese Frage stellen sich meist nicht die Gleichgültigen. Sondern die Engagierten. Die Sensiblen. Die, denen Beziehung wirklich wichtig ist.
Viele Mütter leben mit einem inneren Maßstab, der nie zufrieden ist. Egal, wie sehr sie sich bemühen – es fühlt sich nie genug an. Zu wenig Geduld. Zu viel Emotion. Zu falsch. Zu anstrengend.
Doch genau hier liegt ein grundlegendes Missverständnis:
Gute Mutterschaft ist kein Leistungsnachweis.
Sie ist ein Beziehungsraum.
Kinder brauchen keine perfekten Mütter – sondern hinreichend sichere
Aus bindungspsychologischer Sicht ist klar:
Kinder brauchen keine fehlerfreien Bezugspersonen. Sie brauchen hinreichend sichere.
Das bedeutet:
emotionale Erreichbarkeit – oft genug
Reparatur statt Perfektion
Präsenz statt Dauerharmonie
Bindung entsteht nicht durch „alles richtig machen“, sondern durch Ruptur und Reparatur.
Eine Mutter, die Fehler macht und wieder in Verbindung geht, vermittelt mehr Sicherheit als eine, die sich permanent zusammenreißt.
Wenn Leistung Liebe ersetzen musste
Viele Frauen tragen unbewusst eine alte Prägung in sich:
Ich bin wertvoll, wenn ich nützlich bin.
Wer so aufgewachsen ist, verknüpft Beziehung mit Leistung.
Dann wird Mutterschaft schnell zu einem inneren Dauertest:
Habe ich genug getan?
Habe ich geschadet?
Muss ich noch besser werden?
Das Nervensystem bleibt dabei dauerhaft unter Spannung.
Nicht, weil die Mutter unfähig ist –
sondern weil sie sich selbst nicht traut.
Die entscheidende Wende: Vertrauen in die eigene Herzensgüte
Ein zentraler Wendepunkt in gesunder Mutterschaft ist dieser:
„Mein Grundzustand ist Herzensgüte – kein Leistungsbeweis.“
Herzensgüte ist kein Ideal.
Sie ist ein Seinszustand.
Und dieser Zustand:
ist nicht anstrengend
muss nicht kontrolliert werden
trägt Beziehung von selbst
Die Erschöpfung vieler Mütter kommt nicht von zu viel Liebe –
sondern vom ständigen Beweisen, dass diese Liebe keine Gefahr ist.
Was Kinder wirklich brauchen
Kinder brauchen keine perfekt regulierten Erwachsenen.
Sie brauchen Erwachsene, die:
sich selbst wahrnehmen
Verantwortung für ihre eigenen Trigger übernehmen
Würde über Funktionieren stellen
Wenn eine Mutter sich selbst als grundsätzlich gut erlebt, verändert sich alles:
weniger Druck
weniger Kontrolle
mehr Präsenz
Das Kind spürt:
Ich darf sein. Und meine Mutter auch.
Gute Mutterschaft beginnt nicht beim Kind – sondern im Inneren der Mutter
Eine gute Mutter zu sein heißt nicht:
immer geduldig
immer verfügbar
immer richtig
Sondern:
in Beziehung bleiben
hinschauen
reparieren
die eigene Menschlichkeit erlauben
Oder einfacher gesagt:
Güte wirkt stärker als Anstrengung.
Ein leiser innerer Prüfstein
Statt dich zu fragen:
Mache ich es richtig?
Frag dich:
Bleibe ich in Beziehung?
Halte ich Würde – meine und die meines Kindes?
Handle ich aus Vertrauen oder aus Angst?
Wenn die Antwort überwiegend Beziehung und Vertrauen ist,
dann bist du bereits eine sehr gute Mutter.
Fazit: Dein Beitrag ist Herzensgüte
Du musst dich nicht beweisen.
Du musst nicht mehr leisten.
Du darfst deiner Güte trauen.
Und genau das ist es, was Kinder am tiefsten stärkt.



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