Beruflich mehr erreichen mit ADHS – genau da, wo du bist
- heidedudda
- 21. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Hier ist ein Blogartikel, der genau zu deinem Workshop „Neurodivergenz & Beruf – Mehr erreichen genau da, wo du bist“ passt, inkl. SEO-Einstellungen.
Mehr erreichen mit ADHS – genau da, wo du bist
Im Job ständig erschöpft, obwohl du „eigentlich gar nicht so viel gemacht hast“? Aufgaben schiebst du vor dir her, Meetings ziehen dir Energie – und abends fehlt dir dann die Kraft für alles andere? Wenn du mit ADHS lebst, kommt dir das wahrscheinlich vertraut vor. Gleichzeitig weißt du: In den richtigen Momenten kannst du unglaublich viel leisten – kreativ, tief fokussiert, empathisch, schnell. Dieser Artikel zeigt, wie du mit ADHS im Beruf mehr erreichen kannst, ohne dein ganzes Leben über den Haufen zu werfen.
ADHS im Berufsalltag: Es liegt nicht an deiner Faulheit
Viele Erwachsene mit ADHS haben gelernt, ihre Schwierigkeiten im Job persönlich zu nehmen: „Ich bin zu chaotisch, zu sensibel, zu langsam.“ Neurobiologisch passiert jedoch etwas anderes:
Reizüberflutung & Ablenkbarkeit: Großraumbüro, E-Mails, Slack, spontane Anfragen – dein Nervensystem registriert alles gleichzeitig. Am Ende des Tages bist du erschöpft, auch wenn du das Gefühl hast, kaum etwas „geschafft“ zu haben.
Zeitblindheit & Hyperfokus: Fünf Minuten fühlen sich wie 45 Minuten an – oder umgekehrt. Wenn dich etwas wirklich interessiert, springt dein Hyperfokus an und du lieferst außergewöhnliche Ergebnisse, verlierst aber oft Zeit und Energiebudget aus dem Blick.
Exekutive Funktionen: Planen, Prioritäten setzen, anfangen – all das kostet dein Gehirn deutlich mehr Energie. Es ist, als würdest du mit manuellem Getriebe fahren, während andere im Automatikmodus unterwegs sind.
Emotionale Intensität & Mental Load: Nach fordernden Tagen ist dein Nervensystem so überladen, dass jede Kleinigkeit zu viel sein kann. Die unsichtbare Planungsarbeit (Mental Load) läuft ständig im Hintergrund.
Wichtig ist: Das ist kein persönliches Versagen. Es beschreibt, wie dein Gehirn funktioniert. Und genau darauf lässt sich dein Berufsalltag anpassen.
Deine Superkräfte im Job: ADHS als Ressource erkennen
ADHS ist nicht nur Herausforderung, sondern bringt Fähigkeiten mit, die im Berufsleben extrem wertvoll sind – vorausgesetzt, sie bekommen den richtigen Rahmen.
Kreativität & schnelles Denken: Du siehst Verbindungen, die andere übersehen, erkennst Muster im Chaos und findest pragmatische Lösungen, besonders in Krisen und Brainstormings.
Krisenfestigkeit & Handlungsfähigkeit: Wenn es brennt, läufst du oft zur Höchstform auf. Statt zu erstarren, findest du Workarounds und bleibst handlungsfähig.
Empathie & Spürsinn: Du merkst früh, wenn es jemandem im Team schlecht geht – oft bevor die Person es selbst formulieren kann. Das ist Gold wert in Beratung, Kundengesprächen und Führung.
Hyperfokus & Tiefenarbeit: Wenn dich ein Thema oder eine Deadline packt, kannst du über Stunden konzentriert durcharbeiten und Ergebnisse in außergewöhnlicher Qualität liefern.
Eine zentrale Frage im Workshop lautet daher: Wann hast du diese Stärken zuletzt eingesetzt – und was war damals anders?
Hebel im Job: Was du ändern kannst, ohne zu kündigen
Du musst nicht sofort den Job wechseln, um mit ADHS besser arbeiten zu können. Kleine, gezielte Anpassungen können große Wirkung haben.
1. Aufgaben strukturieren statt dich von ihnen überwältigen zu lassen
Große Projekte fühlen sich oft an wie ein unüberwindbarer Berg. Alles scheint gleichzeitig wichtig zu sein. Ein paar Hebel:
Zerlege große Aufgaben in fünf konkrete Einzelschritte statt „Projekt X erledigen“.
Vereinbare mit deiner Führungskraft klare Top 3 pro Woche, damit du weißt, worauf es wirklich ankommt.
Denke in Tages-Fokus statt in „Diese Woche muss alles fertig werden“.
Nutze die Pomodoro-Technik (z.B. 25 Minuten Fokus, 5 Minuten Pause), um ins Tun zu kommen.
So reduzierst du die Einstiegshürde und kommst eher in den Flow.
2. Rahmenbedingungen als Leistungshebel kommunizieren
Viele ADHS-Menschen trauen sich nicht, Bedürfnisse anzusprechen – aus Angst, als „schwierig“ oder „weniger leistungsfähig“ zu gelten. Ein anderer Rahmen hilft:
Sprich über deine Bedingungen als Leistungsoptimierung, z.B.:„Meine beste Arbeit entsteht, wenn ich 2–3 zusammenhängende Fokusblöcke pro Woche habe. Können wir XY so planen?“
Bitte um schriftliche Zusammenfassungen nach Meetings, damit du nicht alles aus der Erinnerung rekonstruieren musst.
Es geht nicht darum, Sonderrechte zu fordern, sondern dein Setup so anzupassen, dass alle von deiner guten Arbeit profitieren.
Deine Arbeitsumgebung: Fokus statt Dauerstress
Die Umgebung, in der du arbeitest, beeinflusst dein Nervensystem direkt. Kleine Veränderungen können viel Druck herausnehmen.
Noise-Cancelling-Kopfhörer können als klares Signal dienen: „Ich bin im Fokus-Modus“ – für dich und für andere.
Plane nach Meetings bewusst 5-Minuten-Pausen ein, statt sofort weiterzuarbeiten. So kann dein Nervensystem kurz herunterfahren.
Wenn möglich: Nutze Hybrid- oder Remote-Arbeit, um Reizüberflutung im Büro zu reduzieren.
Finde einen festen Ort für Tiefenarbeit: Bibliothek, ein bestimmter Platz zu Hause oder früher im Büro sein, bevor der Trubel beginnt.
Ziel ist ein Setting, in dem dein Gehirn häufiger „Fokus“ als „Alarm“ signalisiert.
Energie managen statt nur Zeit einteilen
Viele Planungsmethoden gehen von einer konstanten Energie aus – für ADHS-Gehirne ist das unrealistisch. Dein Energiebudget ist begrenzt und wertvoll.
Beobachte: Wann am Tag bist du besonders produktiv? Morgens? Nachmittags?
Plane energieintensive Aufgaben in deine Hochphasen und routinemäßige Tätigkeiten in ruhigere Zeiten.
Baue bewusst Puffer zwischen Meetings ein – nicht alle 15 Minuten ein neuer Call.
Denke in Energiebudgets statt Zeitbudgets: „Wieviel Energie habe ich heute wirklich?“ statt „Ich habe 8 Stunden, also schaffe ich alles.“
Im Workshop wird oft deutlich: Wenn Menschen mit ADHS anfangen, ihr Energiebudget ernst zu nehmen, sinkt das Schuldgefühl und steigt die tatsächliche Leistungsfähigkeit.
Selbstmitgefühl: Deine Standards überprüfen
Viele neurodivergente Menschen vergleichen sich mit neurotypischen Standards – und verlieren automatisch. Das ist unfair.
ADHS-Gehirne brauchen meist mehr Pausen und mehr Abwechslung.
Care-Arbeit (Familie, Haushalt, mentale Planung) ist echte Arbeit und verbraucht ebenfalls dein Energiebudget.
Perfektionsansprüche führen schnell in die Überforderung. Realistisch ist: „gut genug“ statt „perfekt und für alle“.
Ein zentraler Satz aus dem Closing des Workshops lautet:„Du bist nicht zu langsam, nicht zu chaotisch, nicht zu wenig belastbar. Du hast nur andere Bedürfnisse – und die sind berechtigt.“
Deine Stärke-Geschichte: Wann hat dir ADHS geholfen?
Im Workshop arbeitest du in Zweiergruppen mit „Appreciative Interviews“: Du erzählst eine Situation, in der dein ADHS dir geholfen hat – im Job oder im eigenen Business.
Leitfragen:
Was war die Situation?
Was hast du konkret getan?
Wie hat sich dein ADHS bemerkbar gemacht – als Vorteil?
Diese Perspektivverschiebung ist oft der Moment, in dem Menschen realisieren: „Ich bin nicht nur Problem – ich bin auch Lösung.“
Dein Action-Plan: Kleine Schritte statt großer Vorsätze
Zum Abschluss entwickelst du einen persönlichen Mini-Action-Plan für die nächsten zwei Wochen. Kein großer Fünfjahresplan, sondern machbare Schritte:
Was will ich ausprobieren?Eine konkrete Veränderung, z.B. „Einmal pro Woche 2 Stunden Fokusblock ohne E-Mails“.
Wann mache ich das konkret?Datum, Uhrzeit, Situation – je genauer, desto besser.
Wen brauche ich dafür?Vorgesetzte, Kolleg:innen, Partner – wer muss Bescheid wissen oder unterstützen?
Wie merke ich, dass es wirkt?Ein beobachtbares Zeichen: weniger Stress, mehr Output, weniger Chaos.
Was ist mein Backup-Plan?Was machst du, wenn es nicht wie geplant klappt? Plan B gibt Sicherheit.
Der Fokus liegt immer auf: kleine, konkrete Experimente – statt alles gleich perfekt machen zu wollen.
Fazit: Der Job ist nicht falsch – du bist nicht falsch
Manchmal braucht es nur ein paar gezielte Hebel im bestehenden Job, damit dein ADHS-Gehirn besser arbeiten kann. Manchmal zeigt sich im Prozess auch: „Dieser Job passt einfach grundsätzlich nicht mehr“. Auch das ist eine wertvolle Erkenntnis – aber erst, nachdem du ausprobiert hast, was sich verändern lässt.
Du bist nicht falsch im Job. Und der Job ist nicht automatisch falsch für dich. Der Workshop „Neurodivergenz & Beruf: Mehr erreichen genau da, wo du bist“ unterstützt dich genau an diesem Punkt: Klarheit gewinnen, deine Stärken sehen und konkrete Schritte in deinem Arbeitsalltag umsetzen.



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