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Beruflich mehr erreichen mit ADHS – genau da, wo du bist

Hier ist ein Blogartikel, der genau zu deinem Workshop „Neurodivergenz & Beruf – Mehr erreichen genau da, wo du bist“ passt, inkl. SEO-Einstellungen.​


Mehr erreichen mit ADHS – genau da, wo du bist


Im Job ständig erschöpft, obwohl du „eigentlich gar nicht so viel gemacht hast“? Aufgaben schiebst du vor dir her, Meetings ziehen dir Energie – und abends fehlt dir dann die Kraft für alles andere? Wenn du mit ADHS lebst, kommt dir das wahrscheinlich vertraut vor. Gleichzeitig weißt du: In den richtigen Momenten kannst du unglaublich viel leisten – kreativ, tief fokussiert, empathisch, schnell. Dieser Artikel zeigt, wie du mit ADHS im Beruf mehr erreichen kannst, ohne dein ganzes Leben über den Haufen zu werfen.​


ADHS im Berufsalltag: Es liegt nicht an deiner Faulheit


Viele Erwachsene mit ADHS haben gelernt, ihre Schwierigkeiten im Job persönlich zu nehmen: „Ich bin zu chaotisch, zu sensibel, zu langsam.“ Neurobiologisch passiert jedoch etwas anderes:

  • Reizüberflutung & Ablenkbarkeit: Großraumbüro, E-Mails, Slack, spontane Anfragen – dein Nervensystem registriert alles gleichzeitig. Am Ende des Tages bist du erschöpft, auch wenn du das Gefühl hast, kaum etwas „geschafft“ zu haben.​

  • Zeitblindheit & Hyperfokus: Fünf Minuten fühlen sich wie 45 Minuten an – oder umgekehrt. Wenn dich etwas wirklich interessiert, springt dein Hyperfokus an und du lieferst außergewöhnliche Ergebnisse, verlierst aber oft Zeit und Energiebudget aus dem Blick.​

  • Exekutive Funktionen: Planen, Prioritäten setzen, anfangen – all das kostet dein Gehirn deutlich mehr Energie. Es ist, als würdest du mit manuellem Getriebe fahren, während andere im Automatikmodus unterwegs sind.​

  • Emotionale Intensität & Mental Load: Nach fordernden Tagen ist dein Nervensystem so überladen, dass jede Kleinigkeit zu viel sein kann. Die unsichtbare Planungsarbeit (Mental Load) läuft ständig im Hintergrund.​

Wichtig ist: Das ist kein persönliches Versagen. Es beschreibt, wie dein Gehirn funktioniert. Und genau darauf lässt sich dein Berufsalltag anpassen.


Deine Superkräfte im Job: ADHS als Ressource erkennen


ADHS ist nicht nur Herausforderung, sondern bringt Fähigkeiten mit, die im Berufsleben extrem wertvoll sind – vorausgesetzt, sie bekommen den richtigen Rahmen.​

  • Kreativität & schnelles Denken: Du siehst Verbindungen, die andere übersehen, erkennst Muster im Chaos und findest pragmatische Lösungen, besonders in Krisen und Brainstormings.​

  • Krisenfestigkeit & Handlungsfähigkeit: Wenn es brennt, läufst du oft zur Höchstform auf. Statt zu erstarren, findest du Workarounds und bleibst handlungsfähig.​

  • Empathie & Spürsinn: Du merkst früh, wenn es jemandem im Team schlecht geht – oft bevor die Person es selbst formulieren kann. Das ist Gold wert in Beratung, Kundengesprächen und Führung.​

  • Hyperfokus & Tiefenarbeit: Wenn dich ein Thema oder eine Deadline packt, kannst du über Stunden konzentriert durcharbeiten und Ergebnisse in außergewöhnlicher Qualität liefern.​

Eine zentrale Frage im Workshop lautet daher: Wann hast du diese Stärken zuletzt eingesetzt – und was war damals anders?

Hebel im Job: Was du ändern kannst, ohne zu kündigen


Du musst nicht sofort den Job wechseln, um mit ADHS besser arbeiten zu können. Kleine, gezielte Anpassungen können große Wirkung haben.​


1. Aufgaben strukturieren statt dich von ihnen überwältigen zu lassen


Große Projekte fühlen sich oft an wie ein unüberwindbarer Berg. Alles scheint gleichzeitig wichtig zu sein. Ein paar Hebel:

  • Zerlege große Aufgaben in fünf konkrete Einzelschritte statt „Projekt X erledigen“.​

  • Vereinbare mit deiner Führungskraft klare Top 3 pro Woche, damit du weißt, worauf es wirklich ankommt.​

  • Denke in Tages-Fokus statt in „Diese Woche muss alles fertig werden“.

  • Nutze die Pomodoro-Technik (z.B. 25 Minuten Fokus, 5 Minuten Pause), um ins Tun zu kommen.​

So reduzierst du die Einstiegshürde und kommst eher in den Flow.


2. Rahmenbedingungen als Leistungshebel kommunizieren


Viele ADHS-Menschen trauen sich nicht, Bedürfnisse anzusprechen – aus Angst, als „schwierig“ oder „weniger leistungsfähig“ zu gelten. Ein anderer Rahmen hilft:​

  • Sprich über deine Bedingungen als Leistungsoptimierung, z.B.:„Meine beste Arbeit entsteht, wenn ich 2–3 zusammenhängende Fokusblöcke pro Woche habe. Können wir XY so planen?“​

  • Bitte um schriftliche Zusammenfassungen nach Meetings, damit du nicht alles aus der Erinnerung rekonstruieren musst.​

Es geht nicht darum, Sonderrechte zu fordern, sondern dein Setup so anzupassen, dass alle von deiner guten Arbeit profitieren.


Deine Arbeitsumgebung: Fokus statt Dauerstress


Die Umgebung, in der du arbeitest, beeinflusst dein Nervensystem direkt. Kleine Veränderungen können viel Druck herausnehmen.​

  • Noise-Cancelling-Kopfhörer können als klares Signal dienen: „Ich bin im Fokus-Modus“ – für dich und für andere.​

  • Plane nach Meetings bewusst 5-Minuten-Pausen ein, statt sofort weiterzuarbeiten. So kann dein Nervensystem kurz herunterfahren.​

  • Wenn möglich: Nutze Hybrid- oder Remote-Arbeit, um Reizüberflutung im Büro zu reduzieren.​

  • Finde einen festen Ort für Tiefenarbeit: Bibliothek, ein bestimmter Platz zu Hause oder früher im Büro sein, bevor der Trubel beginnt.​

Ziel ist ein Setting, in dem dein Gehirn häufiger „Fokus“ als „Alarm“ signalisiert.


Energie managen statt nur Zeit einteilen


Viele Planungsmethoden gehen von einer konstanten Energie aus – für ADHS-Gehirne ist das unrealistisch. Dein Energiebudget ist begrenzt und wertvoll.​

  • Beobachte: Wann am Tag bist du besonders produktiv? Morgens? Nachmittags?

  • Plane energieintensive Aufgaben in deine Hochphasen und routinemäßige Tätigkeiten in ruhigere Zeiten.​

  • Baue bewusst Puffer zwischen Meetings ein – nicht alle 15 Minuten ein neuer Call.

  • Denke in Energiebudgets statt Zeitbudgets: „Wieviel Energie habe ich heute wirklich?“ statt „Ich habe 8 Stunden, also schaffe ich alles.“​

Im Workshop wird oft deutlich: Wenn Menschen mit ADHS anfangen, ihr Energiebudget ernst zu nehmen, sinkt das Schuldgefühl und steigt die tatsächliche Leistungsfähigkeit.​


Selbstmitgefühl: Deine Standards überprüfen


Viele neurodivergente Menschen vergleichen sich mit neurotypischen Standards – und verlieren automatisch. Das ist unfair.​

  • ADHS-Gehirne brauchen meist mehr Pausen und mehr Abwechslung.

  • Care-Arbeit (Familie, Haushalt, mentale Planung) ist echte Arbeit und verbraucht ebenfalls dein Energiebudget.​

  • Perfektionsansprüche führen schnell in die Überforderung. Realistisch ist: „gut genug“ statt „perfekt und für alle“.

Ein zentraler Satz aus dem Closing des Workshops lautet:„Du bist nicht zu langsam, nicht zu chaotisch, nicht zu wenig belastbar. Du hast nur andere Bedürfnisse – und die sind berechtigt.“​


Deine Stärke-Geschichte: Wann hat dir ADHS geholfen?


Im Workshop arbeitest du in Zweiergruppen mit „Appreciative Interviews“: Du erzählst eine Situation, in der dein ADHS dir geholfen hat – im Job oder im eigenen Business.​

Leitfragen:

  • Was war die Situation?

  • Was hast du konkret getan?

  • Wie hat sich dein ADHS bemerkbar gemacht – als Vorteil?

Diese Perspektivverschiebung ist oft der Moment, in dem Menschen realisieren: „Ich bin nicht nur Problem – ich bin auch Lösung.“

Dein Action-Plan: Kleine Schritte statt großer Vorsätze

Zum Abschluss entwickelst du einen persönlichen Mini-Action-Plan für die nächsten zwei Wochen. Kein großer Fünfjahresplan, sondern machbare Schritte:​

  1. Was will ich ausprobieren?Eine konkrete Veränderung, z.B. „Einmal pro Woche 2 Stunden Fokusblock ohne E-Mails“.​

  2. Wann mache ich das konkret?Datum, Uhrzeit, Situation – je genauer, desto besser.

  3. Wen brauche ich dafür?Vorgesetzte, Kolleg:innen, Partner – wer muss Bescheid wissen oder unterstützen?

  4. Wie merke ich, dass es wirkt?Ein beobachtbares Zeichen: weniger Stress, mehr Output, weniger Chaos.​

  5. Was ist mein Backup-Plan?Was machst du, wenn es nicht wie geplant klappt? Plan B gibt Sicherheit.​

Der Fokus liegt immer auf: kleine, konkrete Experimente – statt alles gleich perfekt machen zu wollen.


Fazit: Der Job ist nicht falsch – du bist nicht falsch


Manchmal braucht es nur ein paar gezielte Hebel im bestehenden Job, damit dein ADHS-Gehirn besser arbeiten kann. Manchmal zeigt sich im Prozess auch: „Dieser Job passt einfach grundsätzlich nicht mehr“. Auch das ist eine wertvolle Erkenntnis – aber erst, nachdem du ausprobiert hast, was sich verändern lässt.​

Du bist nicht falsch im Job. Und der Job ist nicht automatisch falsch für dich. Der Workshop „Neurodivergenz & Beruf: Mehr erreichen genau da, wo du bist“ unterstützt dich genau an diesem Punkt: Klarheit gewinnen, deine Stärken sehen und konkrete Schritte in deinem Arbeitsalltag umsetzen.​

 
 
 

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